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Zu sehen ist eine Mutter mit einem Mikrofon in der Hand. Gegenüber von Ihr die beiden Kinder, die gespannt auf das Vorlesen eines Buches warten. Mutter und Kinder sind mit einem Band aus Punktschriftzeichen verbunden. Die Mutter ist blind. Als Sprechblase sind Texte in Schwarz- und Punktschrift zu sehen. Sowohl Mutter als auch die Kinder freuen sich sehr, dass das Vorlesen eines bebilderten Kinderbuches klappt.

Blinde Eltern und ein Blind-Date mit einem Kinderbilderbuch

Blinde Eltern wissen oft gar nicht, welche Möglichkeiten sie haben, um Kinderbilderbücher für sich zugänglich zu machen.

Von einer Prägezange mit Dymoband, einem Braille-Labeler, einer Blindenschrift-Schreibmaschine bis hin zum Braille-Drucker mit Klebefolie. Es gibt so viele Möglichkeiten sich Kinderbilderbücher mit Blindenschrift selbst zu gestalten.

Selbst ein eigenes Buch in Blindenschrift mit fühlbaren Elementen verzieren: Alles ist möglich!

Stellen Sie sich einmal vor, Sie können plötzlich nicht mehr sehen und haben zwei kleine, süße Mädchen im Alter von 4 und 6 Jahren. Sie haben sich Ihr Leben anders vorgestellt.

Nun müssen Sie Ihr Leben anders in die Hand nehmen

Mir ist dies tatsächlich so passiert. Einen Tag nach einer Augen-OP konnte ich plötzlich nichts mehr sehen. Zu Hause hatte ich ein 2,5-jähriges Kind und einen 8 Monaten alten Säugling, die mich brauchten!

Nun kam ihre Mama nicht mehr wie sonst aus dem Krankenhaus zurück. Sie war plötzlich blind …

Jetzt nahm ich mein Leben anders in die Hand!

Ich wollte schon immer zwei Kinder und habe mich schon immer darauf gefreut ihnen später vorlesen zu können. Dies ging im ersten Moment leider nicht mehr, da ich die Schwarzschrift nicht mehr lesen konnte. Dann lernte ich die Blindenschrift im Rahmen einer individuellen Maßnahme, die immer bei mir Zuhause stattfand. Nun konnte ich wieder lesen, nur anders.

Mir wurde gezeigt, wie ich mit einem Hilfsmittel Wörter schreiben kann und hatte auf einmal die perfekte Idee:
Irgendwann nahm ich mir ein Pappbilderbuch meiner Kinder in die Hand und überlegte mir, wie ich darin die Blindenschrift mit der Schwarzschrift kombinieren konnte. Dank meiner Mama konnte ich dieses dann auch verwirklichen. Ich prägte die Sätze und sie klebte das Stück beschriebenes Dymoband in das Buch. Somit konnten meine beiden Mädchen neben mir kuscheln und sich die Bilder im Buch anschauen und ich konnte ihnen alles vorlesen.

Nun, was soll ich sagen? Das Sehen wird einfach überbewertet!

Ich kann jeden blinden Eltern mit sehenden Kindern nur ans Herz legen: Probiert alles aus. Alles geht, eben nur anders!

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